Ein Semester auf der anderen Seite der Welt.
2 Jun
Nachdem ich feststellen musste, dass auf meinem Konto über Nacht keine Millionen aufgetaucht sind (echt seltsam…), habe ich mich nun für eine etwas kleinere Abschlussreise entschieden. Es wird also nur über Canberra nach Sydney und wieder zurück gehen.
Außerdem ist das Semester nun zu Ende. Ich muss nur noch zwei Aufgaben einreichen, die ich noch fröhlich vor mir her schiebe und die Klausur am 16. Juni schreiben. Dann kommt irgendwann die Abschlussreise und wahrscheinlich darf ich hier schonmal anfangen für meine Theo-Prüfung an der RWTH zu lernen, die ich wohl recht kurz nach meine Rückkehr legen werden.
Und damit dieser Eintrag auch noch was interessantes enthält, gibt es nun noch zwei Fotos von ein paar Tieren, denen ich beim Cachen begegnet bin. Einmal ein absurd bunter Vogel, der mich ne ganze Weile verfolgte, aber einfach nicht für ein gutes Foto still halten konnte. Und dann noch eine (für meinen deutschen Geschmack recht große) Spinne, die beharrlich einen Cache bewachte und sich erst nach ausgiebigen Verhandlungen mit einem Stock dazu überreden lies, sich hinter dem Cache zu verstecken.
25 Feb
Ich hatte Samstag das Vergnügen, Melbourne endlich mal bei Nacht kennen zu lernen. Einfach nur beeindruckend. Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei, aber dafür habe ich direkt einen Tipp bekommen, wie ich das ganze von weiter oben ablichten kann. Ergo hab ich Sonntag einfach ne Cache-Tour gemacht und das mit den Fotos nachgeholt. Da ich damit kaum Fotos zum Text habe, gibt es das Album hier.
Aber alleine, denn meine beiden Begleiterinnen (die wegen ihrer roten Jacken selbst meinten, ich könne nun sagen ich wäre „out with two ladies in red“) sind Sonntag schon weiter gefahren. Die eine war die im vorigen Blog-Eintrag bereits erwähnte Kanadierin (die Dänin ist gestern bereits abgereist) und die andere eine ebenfalls kanadische, gerade angekommene Freundin von ihr, die ebenso schon seit über einem Jahr durch Australien und Neuseeland reist und sich dabei immer wieder als Krankenschwester über Wasser hält.
So habe ich jedenfalls die bisher prolligste Ecke von Melbourne kennen lernen können. Nämlich das Crown-Casino bzw. Southbank bzw. das Gebäude da oder was auch immer jetzt letztendlich wo zu gehört. Leider sind die Fotos nix geworden, denn dieses Gebäude (in dem halt das Casino, ein Haufen edler Restaurants und alles was viel Geld kostet ist) ist so unglaublich prollig… Nunja. Wir waren halt da, um ins Kino zu gehen und das funktioniert genauso wie hier, Kostet genauso viel wie hier und hat auch genauso Werbung wie hier.
Außerdem weiß ich jetzt, dass Melbourne ein China-Town hat, wo man prima chinesisch essen kann. Der einzige Unterschied zu den China-Männern, die ich hier kenne, ist aber nur, dass ausschließlich Stäbchen auf dem Tisch liegen (ja, ein anstrengender Abend) und dass am Eingang eine ganze Schlange an Aquarien mit Viehchern stehen, die gegessen werden wollen. Allerdings dürfte es das auch alles bei uns irgendwo geben. Ansonsten ist China-Town wie der Rest von Melbourne, nur dass in China-Town dank der Touristen der Anteil der Asiaten deutlich geringer ist.
Bei der Foto‑ und Cache-Tour am nächsten Tag habe ich überwiegend Bilder von Ecken gesammelt, die ich hier schon vorher präsentiert habe. Aber diesmal unter anderem bei Nacht und vom „Eureka Skydeck“ aus. Watn datn? Dat isn ganz groooßes Haus, in dem es recht weit oben eine Etage gibt, auf der Touristen rumlungern dürfen. Ist natürlich komplett ausgebaut mit viel Glas, einem Außenbereich mit Schleuse, damit der Wind einen nicht bekloppt macht, vielen bunten Lichtern, die beim Fotografieren nerven und natürlich einem überteuerten Cafe. Auf jeden Fall ein cooles Teil. Man bezahlt, steigt dann in den Aufzug und wird mit mehr als 9 Metern pro Sekunde (etwa 32 km/h) in den 88sten Stock in etwa 300 Meter Höhe gefahren. Cool. Ist damit übrigens der schnellste Aufzug und der höchste (öffentliche) Aussichtspunkt er südlichen Hemisphäre. (Natürlich, die interessante Konkurrenz ist ja komplett auf der nördlichen)
Achja: Heute abend kann ich mir mal wieder ne Wohnung ansehen… Bin mal gespannt.
Und wieder Dinge, die hier etwas anders sind:
– Im Kino bekommt man neben dem Ticket eine Rechnung mit ausgewiesener Steuer. Damit weiß ich jetzt: Deutschland 19 %, Kanada 15 %, Australien 10% – cool.
– In Australien gibt man kein Trinkgeld. Echt nicht.
– Ich war froh, meine Euro-Münzen gut im Koffer verstaut zu haben, als ich zusah wie „jemand“ versuchte, im „7-eleven“ (sowas wie ne Tankstelle nur meistens ohne den Teil mit dem Tanken) eine Flasche Sprite zu bezahlen, indem sie eine Handvoll Münzen aus der Tasche zieht und dann versucht aus der Mischung von australischem, neuseeländischem und kanadischem Geld eine brauchbare Summe zu sortieren.
– Kannadier finden brittisches und australisches Englisch seltsam, verstehen Iren nur schlecht und können nachvollziehen, warum ich Probleme mit dem Englisch des Amis auf meinem Zimmer hatte. Jede Sprache hat also offenbar ihre Bayern.
– Ich habe großen Respekt vor Leuten, die (nachdem sie schon Jahre im Ausland unterwegs sind) einfach grob planen, die nächsten 6 Monate noch sonstwo zu arbeiten, nochmal weiter zu reisen, ein bisschen Geld zu verdienen und dann schätzen, gegen Ende des Jahres wieder ins Heimatland zu kommen. Ich finds beruhigend, zu wissen, wann ich zurück komme.
– Ich weiß jetzt dank eines neuen Zimmergenossen, dessen Namen ich noch nicht kenne, weil er mir die nun folgende Info bereits beim Betreten des Zimmers gab: Auch Asiaten schnarchen!
17 Feb
Nicht verpassen: Habe den Text zum Flug fast gleichzeitig gepostet, ist also weiter unten…
Nachdem ich so totmüde gegen Mitternacht zur Ortszeit einschlafen konnte, ist das Phänomen Jetlag fast ganz an mir vorbei gegangen (bzw. ich hab mich schon im Flugzeug damit beschäftigen dürfen). Im Gegensatz zu den anderen auf dem Zimmer. Wie ich inzwischen weiß, ein Japaner und ein Koreaner, die ich erst heute abend im wachen zustand antreffen sollte. Der dritte ist einer Kanadier und hat heute morgen ausgecheckt, ist also eh nicht gerade erst angekommen – der zählt nicht. Auf jeden Fall, war es für mich kein Problem, um 9:00 Uhr aufzustehen, um richtig einzuchecken. (Am Abend vorher bekam ich nur den Schlüssel und der Rest sollte dann heute kommen.) Dann hab ich mir erstmal den ganzen Tag lang die Stadt angesehen und da die Schritt-für-Schritt-Anleitung langsam langweilig wird (und ich das auch niemals mehr hinbekommen würde), geb ich einfach mal ein paar Eindrücke ab.
Erstmal ist diese Stadt groß. Also so richtig groß. Also so wirklich übelst groß. Scheiße nochmal, is dat ne große Stadt. Und das war nur der Kern der Stadt. Echt jetzt – Zu mehr bin ich ja gar nicht gekommen. Ich habe keinen Strand gesehen, habe die Uni nicht gesehen und habe erst recht nicht sowas wie ein Ortsschild gesehen.
Das Krasse aber ist, dass zumindest der Kern irgendwie so genial gemacht ist, dass fast jede Ecke schön bleibt und man immer flott in einem Park oder an dem Fluss landet. Auf den Fotos seht ihr das ja… Achja, und was man da auch sieht, falls es euch noch nicht klar war: Hier is Sommer. Und zwar sowas von. Einfach nur beim durch die Stadt latschen hab ich mir direkt mal einen Sonnenbrand oder zumindest so ein jetzt-ists-rot-und-spannt-aber-das-wird-noch-braun eingesammelt.
Was auf den Fotos nicht so klar wird, ist die Tatsache, dass die hier echt links fahren. Ist alleine schon anstrengend, in die richtige Richtung zu schauen, wenn man über die Straße gehen will. Hier direkt ins Auto zu steigen und los zu fahren wäre nicht so einfach. Hier ist einfach vieles anders. Zum Beispiel haben die nicht wie wir einfach Ampeln an der Haltelinie stehen, aber auch nicht wie die Amis (zumindest kenn ichs da aus Filmen) einfach weit hinter der Haltelinie, sondern die haben einfach beide Systeme genommen. Damit hat man nicht nur wie bei uns ein oder zwei Ampeln (oder mehr plus Abbiegen-Ampeln, die nicht mit Pfeilen, sondern ausgeschrieben dargestellt sind), sondern zusätzlich noch eine Ampel bei der Einfahrt zur Straße hinter der Kreuzung stehen, die aber genauso für die Haltelinie gilt. Damit steht an jeder Ecke ein ganzes Bündel Ampeln, die in nahezu alle Richtungen zeigen. Die Fußgängerampeln sind hingegen recht normal, aber meistens ziemlich überflüssig. Nur an den großen Straßen wird man nicht komisch angeschaut, wenn man ein rotes Licht respektiert. (Ein Highlight: An einer mittleren Straße, an der ich noch auf die Ampel wartete, ging eine Oma (die Sorte gekrümmt mit Stock) gemütlich über die Straße und stoppt bei mir (immernoch wartend) und raunt mir zu: „Nothing can stop me!“.)
Und sonst? Ich wunder mich ein wenig über die Münzen. Die zwei-Dollar-Münze ist die wohl kleinste „ganzzahlige“ Münze, die ich kenne. Was ja noch durchaus sein kann. Aber die 50-Cent-Münze ist gleichzeitig die wohl größte Münze, die ich kenne. Da können höchstens irgendwelche Gedenk-Sammler-Sonstwas-Münzen mithalten. Hab grad nicht beide zum Vergleich da, aber vielleicht gibt es die ja in der Wikipedia.
Ich war natürlich auch Cachen, aber hab nur einen eingesammelt (damit ist immerhin mein TB und eine deutsche Coin aufm Weg). Ich habs zwar nur immer kruz probiert, wenn ich zufällig an einem Cache vorbei kam, aber bis auf das eine Mal, waren immer zu viele Leute drum herum. Ich frag mich echt, wie die anderen Cacher das hier unten machen.
Damit wären wir bei einer weiteren Sache, die ich so von zu Hause nicht kannte. Die Anzahl der Leute in der Stadt. nicht falsch verstehen: Ich fand es keines Falls zu voll. Da hab ich schon wesentlich krasseres gesehen. Aber: Heute ist Sonntag. Ich habe auch nur vereinzelte Läden gesehen, die heute geschlossen haben. Ich habe ganz normal eine australische Sim-Karte kaufen können.
So, das dürfte jetzt auch erstmal reichen. Ich werd jetzt sehen, dass ich ins Internet komme, um die Texte und Fotos hochzuladen und mit der Wohnungssuche beginnen…